Walk Through Fire – Hope Is Misery


Walk Through Fire - Hope Is MiseryHope Is Misery„. Treffender Titel, nur dass in der akustischen Welt dieser Schweden WALK THROUGH FIRE schlicht keine Hoffnung existiert. Nur Leid. Erdrückendes, qualvolles Leid. „Hope Is Misery“ ist harter Tobak. Tiefschwarz, von Verzweiflung zerfressen, das musikalische Äquivalent davon, vom Schicksal erschlagen zu werden. Und im Gegensatz zu vielen ähnlich gelagerten Werken hat „Hope Is Misery“ keinerlei kathartische Wirkung auf den Hörer. Das Album lässt Dich am Boden zurück.

Der Vorgänger „Furthest from Heaven“ – beileibe schon kein easy listenin‘ – wirkt mit seinem Neurosis-frühe-Cult Of Luna-mittlere-Switchblade-Hyprid-Stil gegen „Hope Is Misery“ eher handzahm und gemütserhellend. Griffiger, wenn auch nicht wirklich eingängiger, songorientierter und schlicht metallischer und konservativer war dieser Zweitling ausgelegt. Dabei ist gerade der Switchblade-Vergleich bemerkenswert, da diese eine ähnliche musikalische Entwicklung erlebten – aus dem Post-Hardcore heraus zur Stillstandsmusik. Und so kann man „Hope Is Misery“ zweifelsohne irgendwo in der Nähe zum 2006er selbstbetitelten Album der schwedischen Landsmänner verbuchen – oder auch zu den grandiosen Abandon und deren monumentales Finalwerk „The Dead End„. Ebenso geschwindigkeitsbefreit, minimalst perkussiv, nahezu rein rifforientiert, weitestgehend instrumental gehalten, so zelebrieren WALK THROUGH FIRE Stillstand. Konsequenter Fokus auf brutalst massive, jedoch in ihrer Art auf das wirklich nötigste reduzierte Riffwände, zäh und marternd, repetitiv, mit Hang zu hypnotischer Monotonie. Und dabei so rabenschwarz und erdrückend und so unendlich schwer und intensiv.

Nein, Spass macht „Hope Is Misery“ keinen. Soll es ja auch vermutlich nicht. Konsequenterweise gibt es hier auch keine groovigen Boogie-Sludge-Ausbrüche, kein Schielen in irgendeine andere Ecke als auf das eine dröhnende, alles zermalmende Riff, das wie der Schatten des unvermeidlichen Schicksals über allem Leben thront, für das nicht mal der Tod eine erlösende Hoffnung darstellt. Das ist derbe, das macht fertig und lässt den Hörer nach 80 Minuten ausgelaugt und leer zurück.

Infos:
Aesthetic Death / Wolves And Vibrancy Records – 2014
CD – 8 Lieder / 1:18:45 Min.

http://www.walkthroughfire.se/