Promethean Fire – Narkissos

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Promethean Fire - NarkissosWenn ich das richtig mitbekommen habe, ist „Narkissos“ die erste EP der 2010 gegründeten Kasseler PROMETHEAN FIRE. Zwar findet man auf Youtube vereinzelte Proberaum-Aufnahmen und einen Demo-Song von 2011. Aber ob davon jemals ein physischer Tonträger erhältlich war, entzieht sich meines Wissens. Auch die aktuelle Veröffentlichung macht es den interessierten Fans nicht einfach. In den Kommentaren zu einem anderen Review erwähnt die Band, dass es die 3-Song-CDr nicht zum kaufen gibt. Und auch einen vollständigen Stream sucht man im Internet vergebens. Auf Soundcloud kann man einen Song, „I Tan I Epitas„, anhören, das war es dann aber auch schon. Scheinbar zielt der bedruckte Rohling im Slimcase (mit vierseitigem Booklet inklusive der Texte) gänzlich auf Magazine, Veranstalter oder Labels ab. Schade, dass der „gemeine“ Fan scheinbar so außen vor gelassen wird…. Jungs, macht euch doch ein Bandcamp-Profil. Kostet nichts, und jeder kann sich eure Musik anhören und selber eine Meinung bilden (;

Narkissos“ ist eine sehr solide gemachte, melodische Death Metal EP. Vielleicht sogar eine Melodic Death Metal EP. Glücklicherweise eher im traditionellen Verständnis des Genres, weitab von modernen Interpretationen mit Core-Schlag oder melancholischen Insomnium-Wänden.

Vielmehr kommt im Titelsong ein wenig alte Dark Tranquillity durch, das Geballer von „Glory & Failure“ erinnert etwas an Dawn Of Dreams. Hingegen klingt der Uptempo-Thrash in dessen Strophe sehr nach Abrogation. Das ist in etwa das Grundgerüst, wo man PROMETHEAN FIRE verorten kann.

Kleine Details erweitern diesen Horizont dezent. Beispielsweise der interessante Schluss von „Glory & Failure„. Oder zum EP-Auftakt schimmert etwas frühe Gorod aus den Gitarren. Das Geklimper im abschließenden „I Tan I Epitas“ ist deutlich Dissection entliehen. Das ist an sich ein sehr schöner Kontrast zum restlichen Song, der in seiner Harmonie-Führung und Gesangsintonation an die Nachbarn von My Cold Embrace erinnert. Vielleicht noch etwas gefälliger, melodischer, voluminöser, aber die Schlagseite ist deutlich zu erkennen.

Viele Einflüsse und Ideen formen „Narkissos„. Im ersten Moment klingt das Ergebnis auch sehr homogen, vielleicht sogar ein bisschen Bieder. Bei genauerem Betrachten fällt allerdings auf, dass PROMETHEAN FIRE noch ein wenig an der klaren Line arbeiten, im Spagat zwischen verspielten, eigenen Ideen und Traditionsbewusstsein hin und her gerissen sind.

Dennoch sind die drei Songs auf einem soliden Niveau. Live sollten die Lieder schnell zünden und zum gefälligen Kopfschütteln animieren. Hört euch „I Tan I Epitas“ auf Soundcloud an. Wenn euch die Nummer gefällt, nervt die Band, vielleicht brennen sie euch ja doch eine CD (;

Infos:
Eigenproduktion – 2014
CDr/Slimcase – 3 Lieder / 16:18 Min.
https://www.facebook.com/prometheanfiremetal
https://soundcloud.com/prometheanfire
http://www.prometheanfire.de/