Solbrud – Solbrud

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Musik ist mehr als nur eine Reihung von Tönen, die sich mathematisch erklären lässt. Musik ist Ausdruck von Emotion, Transportmittel von Ideen und Droge zum entschweben in eine unglaublich vielschichtige Welt abseits unseres tristen Alltags. Ein Grund, warum die „Memoria Vetusta II“ von Blut Aus Nord oder im allgemeinen Wolves In The Throne Room so schätze, ja fast schon liebe. Es ist Musik, die mit den Wurzeln im Black Metal eine begründete Misanthropie ausstrahlen und beklemmen, aber gleichzeitig ein Firmament voller entfernter Sterne und Galaxien eröffnet. Es sind Tonwelten zum träumen und sich verlieren.

SOLBRUD sind noch eine junge Band. Sie sind roh und ungeschliffen. Sie haben gerade mal vier Lieder veröffentlicht, wovon die beiden Songs des Demos auch auf ihrem ersten richtigen Album wiederverwertet wurden. Doch beschreitet die gerade mal 2009 in Kopenhagen gegründete Band ähnliche Pfade wie vor gar nicht all zu langer Zeit Blut Aus Nord, aber noch mehr die Wölfe im Thronsaal. Selbstverständlich erreicht das selbstbetitelte Debüt noch nicht gänzlich die Intensität oder den Tiefgang einer „Dark Cascade“ oder eines „Dialogue With The Stars„. Dennoch kann man sich in der dreiviertel Stunde von „Solbrud“ gut verlieren. Die Reise geht durch verregnete Melancholie, wütende Wogen des Meeres, die beide als Bindeglied zwischen Songteilen und den Liedern fungieren und ein atmosphärisches Gesamtwerk erschaffen. Die Reise geht durch die hasserfüllten Tiefen der Seele und ist gar pessimistisch in „Ode Lagt„. Zerstörung, Wut, aber niemals Aussichtslosigkeit. Ein gewisser Hoffnungsschimmer scheint immer durch bei SOLBRUD. So klingt dann „Dødemandsbjerget“ mit seinen Melodien fast schon vntrve, nach „Hipster Black Metal“ – und nimmt diese verächtliche Bezeichnung als Kompliment hin. Die Elemente aus dem Post-Rock sind dafür doch noch etwas zu dezent verteilt, als dass „Solbrud“ wirklich Post-Black Metal sein könnte. Doch wer wird sich mit Genre-Schubladen aufhalten, wenn dieses Album gerade beklemmende Grenzen lediglich anreißt, damit der Hörer genauer versteht, welche Barrikaden er auf seiner Reise in interstellare Dimensionen hinter sich lässt?

Bis man mit SOLBRUD allerdings über den Orbit unseres Planeten hinaus, in wirklichen Dialog mit den Sternen treten kann, wird noch etwas Zeit vergehen. Solange reicht das erste offizielle Lebenszeichen der Dänen aber aus, um etwas zu träumen, zu hassen, sich aus dem Alltag zu verabschieden. Vielleicht gesellt sich Album Nummer zwei dann zu Altar Of Plagues, Gottesmorder und Wolves In The Throne Room, wer weiß?

Infos:
Euphonious Records – 02.04.2012
CD – 4 Lieder / 46:44 Min.

https://www.facebook.com/Solbrud
http://solbrud.bandcamp.com/